Wärmepumpen Mythen: Die häufigsten Fehlinformationen über die klimafreundliche Heiztechnologie richtiggestellt
Wärmepumpen sind laut, fressen viel Strom und funktionieren nur im Neubau? Das sind häufig gehörte Vorurteile über Wärmepumpen. Doch was ist dran an diesen Mythen? In diesem Beitrag klären wir auf und stellen sechs falsche Annahmen richtig.
- Mythos 1: Wärmepumpen funktionieren nicht im Winter oder bei Minustemperaturen
- Mythos 2: Wärmepumpen verbrauchen (zu) viel Strom
- Mythos 3: Wärmepumpen sind im Winter schlecht für die Umwelt
- Mythos 4: Wärmepumpen sind nur für Neubauten geeignet und können nicht in Altbauten genutzt werden
- Mythos 5: Wärmepumpen funktionieren nur mit Fußbodenheizung
- Mythos 6: Wärmepumpen sind zu teuer, fehleranfällig und rechnen sich nicht
Ein Heizsystem, das gerade dann keine Wärme erzeugt, wenn es kalt ist? Das wäre äußerst widersinnig. Wobei dieser Irrtum sogar erstmal logisch klingt, denn Wärmepumpen nutzen die Umweltwärme aus Luft, Erdreich oder Grundwasser zur Wärmeerzeugung. Sie wird mit Hilfe eines Kältemittelkreislaufs auf ein höheres Temperaturniveau angehoben. Mehr zur Technologie des nachhaltigen Heizsystems lesen Sie in unserem Beitrag: Wie funktioniert eine Wärmepumpe?
Wenn es aber draußen kalt ist, wie soll das nachhaltige Heizsystem dann Wärme aus der Umgebung ziehen?
Physikalisch gesehen besitzt jede Temperatur über dem absoluten Nullpunkt (-273,15 °C) noch Wärmeenergie. Selbst bei Minusgraden in der Außenluft oder im Erdreich steckt also nutzbare Energie, die das Kältemittel im Verdampfer aufnehmen kann.
Deswegen kann eine Wärmepumpe auch dann Wärme gewinnen, wenn sich die Umgebung für uns eigentlich „kalt“ anfühlt.
Dank fortschrittlicher Technik können moderne Wärmepumpen selbst bei Minusgraden noch effizient betrieben werden. Möglich machen dies:
- verbesserte Kältemittel
- intelligente Regelungen, sowie
- zusätzliche Heizstäbe.
Wie zuverlässig Wärmepumpen auch bei Frost heizen, zeigt der Blick nach Skandinavien: In Ländern wie Schweden oder Norwegen, wo im Winter zweistellige Minusgrade keine Seltenheit sind, gehören Wärmepumpen seit Jahrzehnten zum Standard.
Entscheidend sind die richtige Dimensionierung und Planung, die fachgerechte Installation und gegebenenfalls die Kombination mit anderen Heizsystemen.
Wärmepumpen brauchen Strom, das ist richtig. Ein Irrtum hingegen ist, dass das grundsätzlich negativ ist. Wichtig dabei ist nämlich die Energiebilanz, also das Verhältnis von eingesetzter Energie zu gewonnener Wärme. Es wird im sogenannten COP-Wert (Coefficient of Performance) angegeben. Hier punktet die Wärmepumpe ganz klar mit Effizienz.
Die Werte variieren, aber durchschnittlich liegt der COP zwischen 3 und 5. Dies ist abhängig vom Gebäudestandard und der Art der Wärmepumpe. Das bedeutet, dass die Wärmepumpe drei- bis fünfmal mehr Wärmeenergie erzeugt, als sie an Strom aufnimmt. Aus einer Kilowattstunde Strom entstehen also bis zu fünf Kilowattstunden Wärme.
Selbst im Winter, wenn der COP aufgrund der niedrigen Temperaturen absinkt, liegt er immer noch zwischen 2,5 und 3,5. Damit ist er effizienter als Heizungen, die mit fossilen Energien betrieben werden.
Kombiniert man die ersten beiden Mythen, ergibt sich dieser Irrtum: Im Winter braucht die Wärmepumpe mehr Strom und belastet dadurch die Umwelt. Dabei ist selbst bei Minusgraden die Effizienz hoch. Und selbst bei höherem Strombedarf ist die CO₂-Bilanz von Wärmepumpen geringer als von Öl- oder Gasheizungen.
Zusätzlich sieht die Umweltbilanz durch den wachsenden Anteil an erneuerbaren Energien im Strommix von Jahr zu Jahr besser aus.
Noch besser wird die Energiebilanz, wenn die Wärmepumpe in Kombination mit einer Photovoltaikanlage betrieben wird. Dies reduziert Energiekosten und CO₂-Ausstoß noch weiter.
Damit gehört sie zu den nachhaltigsten Heiztechnologien überhaupt, und das sowohl im tiefsten Winter als auch übers Jahr hinweg.
Wärmepumpen sind in Neubauten oft die sinnvollste Heizlösung, weil moderne Gebäude von vornherein sehr energieeffizient geplant sind und mit niedrigen Heiztemperaturen auskommen.
Doch das bedeutet im Umkehrschluss nicht, dass die umweltbewusste Heizlösung nicht in Bestandsgebäuden eingesetzt werden kann. Sie kann nur nicht unbedingt SOFORT eingesetzt werden.
Häufig genügt es, bestimmte Anpassungen vorzunehmen, etwa
- einen Heizungstausch,
- eine Teildämmung oder
- einen hydraulischen Abgleich.
Mit Förderprogrammen werden genau solche Maßnahmen erleichtert. Dadurch wird der Umstieg auf die zukunftssichere Wärmequelle unterstützt, so dass Wärmepumpen auch in Altbauten genutzt werden können.
In der Praxis können in Kombination mit beispielsweise Photovoltaik oder Pufferspeichern sogar denkmalgeschützte Altbauten mit Wärmepumpen beheizt werden. Auch Hochtemperatur-Wärmepumpen sind hier eine sinnvolle Möglichkeit für klimafreundliche Wärme in Altbauten.
Erfolgreich nachgerüstet: Wärmepumpen in der Praxis
Dies ist ein weiterer klassischer Irrtum: Für eine Wärmepumpe braucht man eine Fußbodenheizung. Richtig ist: Fußbodenheizungen sind zwar ideal für Wärmepumpen, weil sie mit niedrigen Vorlauftemperaturen arbeiten, doch auch mit klassischen Heizkörpern lassen sich Wärmepumpen nutzen. Wichtig ist nur, dass die Heizflächen groß genug sind, um mit niedrigen Vorlauftemperaturen genügend Wärme zu erzeugen. Oft reicht es dafür schon, die bisherigen Heizungen gegen größere Modelle auszutauschen.
Spezielle Niedertemperaturheizkörper bieten hier eine praktikable und effiziente Lösung. Sie wurden speziell für Wärmepumpen entwickelt und geben trotz niedriger Vorlauftemperatur ausreichend Wärme ab.
Damit sind Wärmepumpen wesentlich flexibler nutzbar, als viele glauben.
Dass Wärmepumpen teuer sind, ist ein leider weitverbreiteter Irrtum. Richtig ist zwar, dass die Anschaffungskosten einer Wärmepumpe oft über denen einer Gas- oder Ölheizung liegen. Falsch ist jedoch die Annahme, dass sie sich deswegen niemals lohnen würden, denn sie sind deutlich günstiger im Betrieb.
Beginnen wir mit den Anschaffungskosten: Im Betrieb überzeugen Wärmepumpen durch deutlich niedrigere Betriebskosten, da sie bis zu 75 % der benötigten Energie kostenlos aus Luft, Erde oder Wasser ziehen.
Studien zeigen, dass sich eine Wärmepumpe bereits nach 8 bis 12 Jahren amortisiert. Die Varianz erklärt sich aus Unterschieden hinsichtlich des Gebäudezustands und der Energiepreise. Gehen wir von einer Lebensdauer von 20 bis 25 Jahren aus, bedeutet das aber in jedem Fall viele Jahre günstiges Heizen nach der Rückzahlung der Investition.
Eine weitere Unwahrheit ist, dass Wärmepumpen fehleranfälliger sind als fossile Heizsysteme. Das Gegenteil ist der Fall: Da in ihnen keine Verbrennung stattfindet, gibt es weniger Teile, die verschleißen könnten. Dadurch bleiben die Wartungskosten gering.
Insgesamt sind Wärmepumpen nicht nur eine umweltfreundliche, sondern auch eine wirtschaftlich kluge Entscheidung.
Fazit: Warum Wärmepumpen-Mythen dem Faktencheck nicht standhalten
Die Wärmepumpe ist eine äußerst klimafreundliche und zukunftssichere Heizmethode und eine der Schlüsseltechnologien für die Wärmewende. Warum gibt es also so viele Irrtümer, Mythen und Lügen darüber? Die meisten sind schlichtweg Missverständnisse, die auf Halbwahrheiten basieren.
Andere wiederum beruhen auf veralteten Informationen. So waren alte Modelle tatsächlich lauter und weniger effizient. Doch die Technik hat sich rasant weiterentwickelt: moderne Geräte, wie die Hybrox Luftwärmepumpe, sind leistungsstark und leise. Dadurch sind sie für die verschiedensten Gebäudetypen geeignet.
Unser Beitrag zeigt klar: die häufigsten Mythen und Irrtümer über Wärmepumpen halten einer sachlichen Überprüfung nicht stand. Die zukunftssichere Wärmequelle ist vielseitig, effizient und nachhaltig. Wer sich nicht von falschen Behauptungen verunsichern lässt, sondern auf Fakten vertraut, profitiert langfristig von einer klimafreundlichen und kostengünstigen Heizlösung.
Hast du noch Fragen?
Wie lange dauert es, eine Wärmepumpe zu installieren?
Wie kompliziert sind Wärmepumpen zu bedienen?
Wie beeinflusst die Wärmepumpe die Stromrechnung?
Welche Wärmepumpen-Mythen sind am weitesten verbreitet?
Welche Lügen kursieren in der Öffentlichkeit?
Welche Irrtümer gibt es über Wärmepumpen?
Viele Menschen unterschätzen die Effizienz und können sich nicht vorstellen, wie viel Wärmeenergie aus Luft, Grundwasser oder Erdreich erzeugt werden kann. Überschätzt wird hingegen die Lärmbelastung. Moderne Anlagen sind dank schalloptimierter Ventilatoren und Gehäuse kaum hörbar und etwa so laut wie ein Kühlschrank, also zwischen 35 und 45 dB. Fachgerechte Beratung räumt solche Irrtümer schnell aus.
Sind Wärmepumpen auch für die Brauchwasserbereitung oder für klassische Heizkörper geeignet?
Ja, in Verbindung mit dem entsprechenden Zubehör können Wärmepumpen nicht nur die Heizung, sondern auch zuverlässig die Warmwasserbereitung übernehmen. Dies ist in der Praxis auch der Standard. Auch klassische Heizkörper können in Verbindung mit Wärmepumpen funktionieren. Voraussetzung ist, dass diese passend zum Gebäude dimensioniert sind.
Sind die Wartungskosten von Wärmepumpen sehr hoch?
Nein, sie liegen sogar deutlich unter denen klassischer Heizsysteme, da keine Verbrennung stattfindet und weniger Verschleißteile vorhanden sind.










