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Dezentrale Heizsysteme

Dezentrale Heizsysteme sind Heizlösungen, bei denen die Wärme direkt im Gebäude oder sogar in einzelnen Wohnungen erzeugt wird. Es gibt keine zentrale Wärmequelle und kein weit verzweigtes Rohrleitungsnetz, sondern jede Wohneinheit verfügt über ihre eigene Heizanlage.

Im Unterschied dazu stehen zentrale Heizsysteme wie Fernwärme oder zentrale Heizungsanlagen in Mehrfamilienhäusern, bei denen eine zentrale Quelle mehrere Gebäude oder Wohnungen versorgt. Typische Beispiele für dezentrale Heizsysteme sind Wärmepumpen, Gas- oder Öl-Etagenheizungen, Pelletheizungen, Infrarotheizungen oder elektrische Heizsysteme.

Dezentrale Heizsysteme kurz erklärt

  • Wärmeerzeugung vor Ort im Gebäude oder in der Wohnung, nicht zentral.
  • Typische Systeme: Wärmepumpen, Gas-Etagenheizungen, Pelletheizungen, Infrarotheizung.
  • Wirtschaftlich oft günstiger
  • Keine Transportverluste, individuelle Temperaturkontrolle pro Wohnung.
  • GEG 2024: dezentral muss 65% erneuerbare Energien erfüllen.

Wie funktionieren dezentrale Heizsysteme?

Bei dezentralen Heizsystemen arbeitet jede Heizanlage unabhängig von anderen Einheiten. Die Wärme wird direkt in der jeweiligen Wohnung oder im Gebäude erzeugt und unmittelbar genutzt. Lange Transportwege entfallen, wodurch Wärmeverluste vermieden werden, die bei zentralen Systemen bis zu 20 Prozent betragen können.

Ein Beispiel ist eine Luft-Wasser-Wärmepumpe: Sie entzieht der Umgebungsluft Wärme, hebt diese über einen Kältemittelkreislauf auf ein höheres Temperaturniveau und speist sie direkt in das Heizsystem der Wohnung oder des Hauses ein. Da jede Einheit separat geregelt wird, lassen sich Temperatur und Energieverbrauch individuell steuern.


Arten dezentraler Heizsysteme

Dezentrale Heizsysteme unterscheiden sich je nach Energiequelle und Technik.

Luft-Wasser-Wärmepumpen

Sie nutzen die Außenluft zur Raumheizung und Warmwasserbereitung. Sie sind vergleichsweise einfach zu installieren und eignen sich für Ein- und Mehrfamilienhäuser mit Heizkörpern oder Fußbodenheizung.

Luft-Luft-Wärmepumpen

Diese Systeme geben die Wärme direkt als Warmluft in den Raum ab. Sie eignen sich besonders für die Sanierung von Etagenheizungen, da sie ohne wasserführende Heizungsrohre auskommen und schnell installiert werden können.

Sole-Wasser-Wärmepumpen

Sie nutzen die konstante Temperatur des Erdreichs oder Grundwassers und erreichen sehr hohe Effizienzwerte. Der Installationsaufwand ist jedoch höher, weshalb sie vor allem in größeren Gebäuden eingesetzt werden.

Wasser-Wasser-Wärmepumpen

Diese Systeme nutzen Grund- oder Oberflächenwasser als Wärmequelle und zählen zu den effizientesten Lösungen, setzen aber geeignete Wasserressourcen voraus.

Weitere dezentrale Systeme

Elektro- und Infrarotheizungen sind einfach zu installieren, verursachen jedoch höhere Betriebskosten. Pelletheizungen und Holzöfen nutzen Biomasse als Energiequelle. Gas-Etagenheizungen sind historisch weit verbreitet, müssen jedoch bei einem Austausch die Anforderungen des GEG 2024 erfüllen.


Zentral vs. dezentral - Was ist besser?

Kriterium

Dezentrale Heizsysteme

Zentrale Heizsysteme

Wärmeerzeugung

Direkt im Gebäude oder in der einzelnen Wohnung

In einer zentralen Anlage für mehrere Wohnungen oder Gebäude

Investitionskosten

Oft niedriger, da keine Netzinfrastruktur

Häufig höher durch Netze, Übergabestationen und zentrale Technik

Wirtschaftlichkeit

Höhere Energieeinsparung pro investiertem Euro

Gesamtwirtschaftlich teurer bei flächendeckender Umstellung

Regelung

Individuelle Temperaturregelung je Wohnung

Begrenzte individuelle Regelungsmöglichkeiten

Reaktionszeit

Sehr schnell, Wärme sofort verfügbar

Träger durch zentrale Verteilung

Flexibilität bei Sanierung

Schrittweise Modernisierung möglich

Meist nur als Gesamtsystem sanierbar

Abhängigkeit

Hohe Unabhängigkeit

Abhängigkeit vom Betreiber oder Versorger

Dezentrale Wärmepumpen in Mehrfamilienhäusern

In Mehrfamilienhäusern gibt es mehrere Umsetzungsvarianten:

Wohnungsweise dezentrale Systeme
Jede Wohnung besitzt eine eigene Wärmepumpe. Das ermöglicht maximale Autonomie, erfordert jedoch mehrere Einzelanlagen.

Zentrale Wärmepumpe mit dezentralen Wohnungsstationen
Eine zentrale Wärmepumpe erzeugt Heizwasser, das über Wohnungsstationen individuell genutzt und abgerechnet wird. Diese Lösung verbindet zentrale Effizienz mit dezentraler Kontrolle.

Kaskadensysteme
Mehrere Wärmepumpen arbeiten gemeinsam und speisen einen zentralen Pufferspeicher, wodurch größere Gebäude versorgt werden können.