Die Energieeffizienzklasse
Die Energieeffizienzklasse zeigt auf einen Blick, wie energiesparend ein Gebäude ist. Sie reicht von A+ für sehr effiziente Gebäude bis H für Gebäude mit sehr hohem Energieverbrauch. Grundlage der Einstufung ist der Energiebedarf oder der tatsächliche Energieverbrauch pro Quadratmeter und Jahr, wie er im Energieausweis angegeben wird.
Für Kaufinteressierte, Mieterinnen und Mieter sowie Eigentümer bietet die Energieeffizienzklasse eine schnelle Orientierung. Sie macht Gebäude energetisch vergleichbar und gibt einen ersten Hinweis darauf, wie hoch die zu erwartenden Heizkosten ausfallen können.
ⓘ Je besser die Energieeffizienzklasse, desto weniger Energie verbraucht das Gebäude und desto niedriger sind auch die laufenden Kosten.
Die Energieeffizienzklasse kurz erklärt
- Klassifizierung: A+ (bestes) bis H (schlechtestes)
- Gemessen in kWh/(m²·a) – Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr
- Farbcodiert: Grün (gut), Gelb (mittel), Orange/Rot (schlecht)
- Zeigt Endenergie für Heizung, Warmwasser, Lüftung und Kühlung
- Deutsche Durchschnittsliegenschaft: Klasse F (~160 kWh/m²a)
- Höchste Förderung für Klasse A+ (KfW-Effizienzhaus 40)
Was sagen die Klassen konkret aus?
Die Energieeffizienzklasse ordnet Gebäude in Stufen ein, die jeweils einen bestimmten Energieverbrauchsbereich abbilden. Gebäude mit einer guten Klasse (A+, A oder B) sind in der Regel gut gedämmt und verfügen über moderne Heiztechnik. Schlechtere Klassen (E bis H) weisen meist auf ältere Gebäude mit hohem Wärmeverlust und veralteter Heizung hin.
Die neun Energieeffizienzklassen
Die Einteilung in die Klassen erfolgt nach dem jährlichen Energieverbrauch pro Quadratmeter Wohnfläche (kWh/m²a).
Klasse | Energieverbrauch | Typischer Haustyp | Heizkosten pro m²* |
A+ | ≤ 30 kWh/m²a | Passivhäuser, KfW 40 | ~3–4 € |
A | ≤ 50 kWh/m²a | Niedrigenergiehäuser, KfW 55 | ~7–8 € |
B | ≤ 75 kWh/m²a | Moderne Neubauten | ~10–12 € |
C | ≤ 100 kWh/m²a | Neubauten nach EnEV 2009 | ~16–18 € |
D | ≤ 130 kWh/m²a | Gut sanierte Altbauten | ~21–24 € |
E | ≤ 160 kWh/m²a | Sanierte Altbauten (Durchschnitt!) | ~27–32 € |
F | ≤ 200 kWh/m²a | Teilweise sanierte Altbauten | ~34–40 € |
G | ≤ 250 kWh/m²a | Teilweise sanierte Altbauten | ~42–52 € |
H | > 250 kWh/m²a | Unsanierte Altbauten (1970er–1980er) | > 50–60+ € |
*Beispielrechnung für Heizung auf Basis von Ölheizung; mit Wärmepumpe deutlich günstiger.
Farbcodierung und Visualisierung
Die Energieeffizienzklassen werden – wie die Ampel – farbig dargestellt:
- Grün: A+ bis B = sehr gute Energieeffizienz
- Gelb: C bis E = durchschnittliche Energieeffizienz
- Orange: F bis G = schlechte Energieeffizienz
- Rot: H = sehr schlechte Energieeffizienz (Sanierungsfall)
Diese Farbcodierung ermöglicht es auch Laien, auf den ersten Blick die Effizienz eines Hauses zu erkennen
Auswirkungen der Energieeffizienzklasse auf Immobilienwert und Vermietung
Die Energieeffizienzklasse beeinflusst direkt den Wert eines Hauses:
Beim Verkauf:
- Häuser mit A+ bis B: +5–10% Preisaufschlag wegen niedriger Betriebskosten
- Häuser mit F bis H: -5–15% Preisabschlag – massive Sanierungsunsicherheit
- Faktor: Jede Klassenstufe besser = etwa 2–3% höherer Wert
Bei Vermietung:
- Neue Regelung: Von 2024 an ist Vermietung von Häusern mit Klasse G + energieintensiv nicht mehr rentabel – zu hohe Nebenkosten, Mieter zahlen zu wenig
CO₂-Emissionen:
- Seit Januar 2024 muss auch der CO₂-Ausstoß im Energieausweis angegeben werden
- Häuser mit Gasheizung und Klasse H stoßen über 5 Tonnen CO₂ pro Jahr aus (für 120 m²)
Förderungen
Standardisierte Effizienzklassen (Basis)
Die folgenden Gebäudestandards sind die Basis-Förderung ohne besondere Zusatzanforderungen (Erneuerbare Energien oder Denkmalpflege):
Energiestandard | Max. Kreditvolumen | Tilgungszuschuss | Alternative: Direktzuschuss |
KfW 40 | 120.000 € | 20 % = 24.000 € | 24.000 € (Einmalig) |
KfW 70 | 120.000 € | 10 % = 12.000 € | 12.000 € (Einmalig) |
KfW 85 | 120.000 € | 5 % = 6.000 € | 6.000 € (Einmalig) |
Denkmal | 120.000 € | 5 % = 6.000 € | 6.000 € (Einmalig) |
Erweiterte Standards mit Erneuerbaren Energien (EE-Klasse)
Wer zusätzliche Anforderungen erfüllt (Nutzung erneuerbarer Energien oder Hybridheizung), kann diese höheren Fördervolumina nutzen:
Energiestandard + EE-Anforderung | Max. Kreditvolumen | Tilgungszuschuss | Alternative: Direktzuschuss |
KfW 40 Plus | 150.000 € | 25 % = 37.500 € | 37.500 € (Einmalig) |
KfW 70 (EE-Klasse) | 150.000 € | 15 % = 22.500 € | 22.500 € (Einmalig) |
KfW 85 (EE-Klasse) | 150.000 € | 10 % = 15.000 € | 15.000 € (Einmalig) |
Denkmal (EE-Klasse) | 150.000 € | 10 % = 15.000 € | 15.000 € (Einmalig) |
Welchen Einfluss hat die Wärmepumpe auf die Energieeffizienzklasse?
Eine Wärmepumpe kann die Energieeffizienzklasse eines Hauses deutlich verbessern, weil sie Wärme sehr effizient bereitstellt und im Energieausweis mit einem günstigen Primärenergiefaktor bewertet wird.
Ersetzt sie eine alte Öl- oder Gasheizung, sinkt der rechnerische Energiebedarf des Gebäudes, was sich direkt positiv auf die Einstufung auswirkt. Besonders stark fällt der Effekt aus, wenn die Wärmepumpe mit niedrigen Vorlauftemperaturen arbeitet und das Gebäude zumindest teilweise gedämmt ist.
Wird zusätzlich Strom aus erneuerbaren Energien genutzt, verbessert sich die energetische Bewertung weiter.






