Der Radiator
Ein Radiator, heute meist einfach Heizkörper genannt, ist ein Wärmetauscher, der die vom Heizsystem bereitgestellte Wärme an den Raum abgibt. Er nimmt warmes Heizungswasser auf und überträgt dessen Energie an die Raumluft und an umgebende Flächen.
Historisch stammt der Begriff vom lateinischen radiare (strahlen), da frühe Gusseisen-Radiatoren einen hohen Anteil Strahlungswärme abgaben. Moderne Heizkörper arbeiten dagegen überwiegend über Konvektion, also über erwärmte, zirkulierende Luft, ergänzt durch einen kleineren Anteil Strahlungswärme.
Der Radiator kurz erklärt
- Aufgabe: Überträgt Heizwärme vom Heizungswasser an den Raum
- Wärmeabgabe: Kombination aus Konvektion und Strahlung
- Klassische Radiatoren: 50–55 °C Vorlauf erforderlich
- Niedertemperatur-Radiatoren: 35–40 °C Vorlauf ausreichend
- Bauarten: Stahlblech-Platten, Lamellenheizkörper, Wärmepumpenheizkörper
Wie gibt ein Radiator Wärme ab?
Radiatoren geben Wärme auf zwei unterschiedlichen Wegen an den Raum ab. Das Zusammenspiel dieser Mechanismen bestimmt sowohl den Komfort als auch die Effizienz.
Strahlungswärme
Ein Teil der Wärme wird direkt von der warmen Oberfläche des Heizkörpers abgestrahlt. Diese Form der Wärmeübertragung fühlt sich besonders behaglich an, da sie auch Wände und Gegenstände erwärmt. Klassische Radiatoren erreichen einen Strahlungsanteil von etwa 30–40 %, benötigen dafür aber relativ hohe Oberflächentemperaturen.
Konvektionswärme
Der größere Anteil der Wärme wird über Luftbewegung übertragen. Kalte Raumluft strömt unten in den Heizkörper, wird an den warmen Lamellen erwärmt und steigt anschließend nach oben. Moderne Heizkörper sind gezielt so konstruiert, dass dieser Konvektionsanteil möglichst hoch ist, da er auch bei niedrigen Temperaturen gut funktioniert.
Warum sind klassische Radiatoren problematisch für eine Wärmepumpe?
Viele bestehende Heizkörper wurden für sehr hohe Vorlauftemperaturen ausgelegt, wie sie bei alten Gas- oder Ölheizungen üblich waren. Wird die gleiche Anlage nun mit einer Wärmepumpe betrieben, entsteht ein Leistungsproblem.
Ein klassischer Radiator liefert bei niedrigen Temperaturen nur noch einen Bruchteil seiner ursprünglichen Heizleistung. Räume werden langsamer warm oder gar nicht mehr ausreichend beheizt. Um das auszugleichen, müsste die Wärmepumpe mit höherer Vorlauftemperatur arbeiten – was ihre Effizienz deutlich verschlechtert und die Stromkosten erhöht.
Niedertemperatur-Radiatoren für Wärmepumpen
Ja, entgegen aller Erwartungen funktionieren Wärmepumpen auch mit Heizkörpern. Moderne Niedertemperatur-Heizkörper sind speziell für den Betrieb mit niedrigen Vorlauftemperaturen entwickelt. Sie besitzen eine größere Oberfläche, mehr Lamellen und teilweise zusätzliche technische Unterstützung.
Typische Merkmale:
- deutlich größere Heizfläche als klassische Radiatoren
- optimierte Lamellengeometrie für starke Konvektion
- ausreichende Heizleistung bereits bei 35–40 °C Vorlauf
- optional integrierte Mini-Ventilatoren zur Leistungssteigerung






