Der Wärmetauscher

Ein Wärmetauscher ist ein technisches Gerät, das thermische Energie von einem Medium auf ein anderes überträgt, ohne dass sich die Medien dabei vermischen.

In einer Wärmepumpe sind Wärmetauscher die zentralen Komponenten zur Energieübertragung: Der erste Wärmetauscher – der Verdampfer – nimmt Umweltwärme aus Luft, Erde oder Wasser auf und überträgt sie auf das Kältemittel. Der zweite Wärmetauscher – der Verflüssiger (auch Kondensator) – überträgt die Wärme des verdichteten Kältemittels auf das Heizungswasser. Ohne diese beiden Wärmetauscher könnte eine Wärmepumpe nicht funktionieren.

Der Wärmetauscher kurz erklärt

  • Funktion: Überträgt Wärme zwischen zwei Medien ohne Vermischung

  • In Wärmepumpen: Zwei Wärmetauscher erforderlich (Verdampfer + Verflüssiger)

  • Häufigste Bauarten: Plattenwärmetauscher, Rohrbündelwärmetauscher, Lamellenwärmetauscher

  • Wirkungsgrad: 95–98 % bei modernen Plattenwärmetauschern

  • Lebensdauer: 15–30 Jahre (je nach Bauart und Wartung)

  • Auch Einsatz in: Heizung, Lüftung, Kälteanlagen, Klimaanlagen, Industrieprozessen

Die zwei Wärmetauscher im Wärmepumpenkreislauf

Wie bereits erwähnt, ist eine Wärmepumpe mit zwei Wärmetauschern ausgestattet: dem Verflüssiger und dem Verdampfer.

Der Verdampfer

Der Verdampfer ist der erste Wärmetauscher im Kältemittelkreislauf der Wärmepumpe. Durch ihn fließt das flüssige Kältemittel, während auf der anderen Seite die Wärmequelle (also z.B. die Außenluft) vorbeiströmt.

Die Wärme wird über die Metalloberfläche des Wärmetauschers übertragen. Das Kältemittel hat einen sehr niedrigen Siedepunkt, sodass es bereits bei 0-10 °C vom flüssigen in den gasförmigen Zustand übergeht.


Der Verflüssiger

Der Verflüssiger fungiert als zweiter Wärmetauscher und gibt die Wärme des komprimierten Kältemittels an das Heizungswasser ab.

Dazu strömt das vom Verdichter kommende, heiße und komprimierte Kältemittelgas durch den Verflüssiger. Auf der anderen Seite des Wärmetauschers fließt das kühlere Heizungswasser. Die Wärme wird übertragen, das Kältemittel kühlt ab und kondensiert - es wechselt also wieder zurück in den flüssigen Zustand.

ⓘ Bei Inverter-Wärmepumpen (also beim Kühlen mit der Wärmepumpe) wird der Kältemittelkreislauf umgekehrt. Dadurch tauschen Verdampfer und Verflüssiger ihre Funktionen: Der Verflüssiger wird zum Verdampfer (nimmt Raumwärme auf) und der Verdampfer wird zum Verflüssiger (gibt Wärme nach außen ab). Die Bauweise ist identisch – nur die Strömungsrichtung ändert sich.


Wärmetauscher-Bauarten für Wärmepumpen

Wärmetauscher werden nach ihrem konstruktiven Aufbau unterschieden. Jede Bauart hat spezifische Vor- und Nachteile.

Der Plattenwärmetauscher

Der Plattenwärmetauscher besteht aus zahlreichen dünnen, geprägten Metallplatten (meist aus Edelstahl oder Kupfer). Diese sind parallel zueinander angeordnet. Zwischen den Platten entstehen schmale Kanäle. Die beiden Medien fließen abwechselnd durch jeden zweiten Kanal - Medium A also beispielsweise durch Kanal 1,3,5 und Medium B durch Kanal 2,4,6 usw.

Die Wärme wird über die großen Plattenoberflächen übertragen. Durch die wellenförmige Prägung der Platten entsteht eine turbulente Strömung, die den Wärmeübergang massiv verbessert.



Schematische Darstellung eines Plattenwärmetauschers mit gewellten Metallplatten, zwischen denen zwei Medien in abwechselnden Kanälen im Gegenstrom fließen, um Wärme zu übertragen.

 

Vorteil

Nachteil

Sehr hoher Wirkungsgrad und damit gute Effizienz der Wärmepumpe.

Empfindlich gegenüber Verschmutzungen, regelmäßige Reinigung nötig.

Sehr kompakt, benötigt im Heizraum wenig Platz.

Bei geschraubten Ausführungen Verschleiß der Dichtungen.

Modular erweiterbar (bei geschraubter Bauart).

Gelötete Varianten sind praktisch nicht zerleg- und reinigbar.


Einsatz in Wärmepumpen:

  • Erdwärmepumpen: Verdampfer UND Verflüssiger als Plattenwärmetauscher (Standard)

  • Luft-Wasser-WP: Verflüssiger als Plattenwärmetauscher

  • Wasser-Wasser-WP: Beide Wärmetauscher als Plattenwärmetauscher


Der Rohrbündelwärmetauscher

Beim Rohrbündelwärmetauscher laufen mehrere parallele Rohre in einem größeren zylindrischen Mantelrohr. Ein Medium strömt durch die Innenrohre, das andere durch den Mantelraum außerhalb der Rohre.

Die Wärmeübertragung erfolgt dabei über die Außenflächen der Innenrohre. Prallbleche (Baffles) im Mantelraum lenken die Strömung und erhöhen die Turbulenz.




Schematische Darstellung eines Rohrbündelwärmetauschers mit zylindrischem Mantel, parallelen Innenrohren, Leitblechen und gegenläufigen Strömungsrichtungen für Mantel- und Rohrstrom.

 

Vorteil

Nachteil

Sehr robust, verträgt hohe Drücke und Temperaturen. ​

Deutlich größer und schwerer als Plattenwärmetauscher.

Gut geeignet für verschmutzte oder partikelhaltige Medien.

In der Regel teurer in Anschaffung und Montage.

Lange Lebensdauer und gut mechanisch zu reinigen.

Etwas geringerer Wirkungsgrad als moderne Plattenwärmetauscher.


Einsatz in Wärmepumpen:

  • Hochtemperatur-Wärmepumpen: Bei sehr hohen Drücken (>30 bar)

  • Großanlagen: Industrielle Wärmepumpen >100 kW

  • Selten in Haushalts-WP: Wegen Platzbedarf


Der Lamellenwärmetauscher

Der Lamellenwärmetauscher besteht aus verschiedenen Rohren mit aufgepressten Metalllamellen (Rippen).

Über die Lamellen strömt Luft, das andere Medium fließt durch die Rohre. Die großen Oberflächen ermöglichen dabei effiziente Wärmeübertragung.





Schematische Darstellung eines Rippenrohr-Wärmetauschers, bei dem Luft über die Metallrippen strömt, während ein Fluid durch die Rohre fließt, um Wärme zu übertragen.

 

Vorteil

Nachteil

Sehr gute Wärmeübertragung zwischen Luft und Kältemittel.

Starke Verschmutzungsneigung durch Staub und Pollen.

Ermöglicht kompakte Außeneinheiten mit Ventilator.

Effizienz sinkt deutlich, wenn nicht regelmäßig gereinigt wird.

Standard für Luft-Wasser- und Luft-Luft-Wärmepumpen.

Lamellen sind mechanisch empfindlich (z. B. bei Hochdruckreinigung).



Einsatz in Wärmepumpen:

  • Luft-Wasser-WP: Verdampfer in der Außeneinheit (mit Ventilator)

  • Luft-Luft-WP: Verdampfer und Verflüssiger

Auswahl und Dimensionierung des Wärmetauschers

Bei der Wahl der richtigen Wärmepumpe ist es enorm wichtig, auf die passende Dimensionierung der Wärmetauscher zu achten. Wird dieser zu klein gewählt, kann die Wärmepumpe die Wärme nicht effizient an das Heizungssystem abgeben.


Als Faustregel gilt: Pro kW Heizleistung werden 0,15–0,25 m² Wärmeübertragungsfläche benötigt.


Lebensdauer eines Wärmetauschers

  • Plattenwärmetauscher: 15–25 Jahre

  • Rohrbündelwärmetauscher: 20–30 Jahre

  • Dichtungen (geschraubte Platten): 5–10 Jahre, müssen getauscht werden