Photovoltaik

Photovoltaik bezeichnet die direkte Umwandlung von Lichtenergie, meist aus Sonnenlicht, in elektrische Energie mithilfe von Solarzellen. Grundlage ist der photovoltaische Effekt: Trifft Licht auf ein Halbleitermaterial wie Silizium, werden Elektronen freigesetzt und eine elektrische Spannung erzeugt.

Dieser Strom kann direkt genutzt oder in das öffentliche Stromnetz eingespeist werden. Photovoltaik ist damit ein zentraler Bestandteil der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien und wird vor allem auf Dächern und in Freiflächenanlagen eingesetzt.

Photovoltaik kurz erklärt

  • Wandelt Sonnenlicht direkt in elektrischen Strom um.

  • Nutzt Halbleitereffekt (größtenteils Silizium) zur Stromerzeugung.

  • In Deutschland Ende 2024: ca. 99 GW installiert, 14% Netzstromanteil.

  • Wirkungsgrad moderner Module: 20–26%, Zukunft bis über 35%.

  • Ideal kombinierbar mit einer Wärmepumpe zur Erhöhung des Eigenverbrauchs.

Studien- und Faktenlage

In Deutschland waren Ende 2024 rund 99 Gigawatt Photovoltaikleistung installiert, die etwa 14 Prozent der öffentlichen Nettostromezeugung lieferten. Aktuelle Ausbauziele sehen bis 2030 eine installierte Leistung von 215 Gigawatt und bis 2040 von 400 Gigawatt vor, um das Pariser Klimaschutzabkommen einzuhalten.

Das Fraunhofer ISE prognostiziert, dass der Wirkungsgrad von Solarmodulen durch Tandemzellen bis 2050 auf über 35 Prozent steigen könnte, während heutige monokristalline Module standardmäßig 20 bis 22 Prozent erreichen¹.

Wie funktioniert Photovoltaik genau?

  1. Sonnenlicht trifft auf die Solarzelle
    Photonen (Lichtteilchen) treffen auf das Halbleitermaterial, meist Silizium.

  2. In der Zelle entstehen Ladungsträger
    Durch das Licht werden im Halbleiter Elektron-Loch-Paare erzeugt.

  3. Das elektrische Feld trennt die Ladungen
    An der Grenze der unterschiedlich dotierten Siliziumschichten (p-n-Übergang) entsteht ein elektrisches Feld, das die Ladungsträger trennt.

  4. Elektronen fließen durch einen Stromkreis
    Die getrennten Elektronen werden über einen externen Stromkreis geleitet – es entsteht elektrischer Strom (Gleichstrom).

  5. Solarzellen werden zu Modulen verschaltet
    Mehrere Zellen werden zusammengeschaltet, um nutzbare Leistungen zu erreichen.

  6. Wechselrichter macht daraus Wechselstrom
    Ein Wechselrichter wandelt den Gleichstrom in Wechselstrom um, der im Gebäude genutzt oder ins Netz eingespeist werden kann.

Ausrichtung und Neigungswinkel


Ausrichtung

Ertrag

Besonderheit

Süd

Höchster Gesamtertrag

Optimal bei 30–35 Grad Neigung

Südost / Südwest

Geringe Verluste

Unter 5 Prozent Ertragsverlust

Ost-West

Niedrigerer Gesamtertrag

Gleichmäßigere Stromverteilung

Besonders auf Flachdächern ermöglicht die Ost-West-Aufständerung eine dichtere Modulbelegung und damit eine höhere installierte Gesamtleistung.

Welche Bedeutung hat Photovoltaik für die Wärmepumpe?

Die Kombination aus Photovoltaik mit Wärmepumpe gilt als besonders effizient. Der selbst erzeugte Solarstrom kann direkt für den Betrieb der Wärmepumpe genutzt werden, wodurch die laufenden Stromkosten sinken.

Je nach Energiestandard des Gebäudes deckt eine Photovoltaikanlage etwa 25 bis 35 Prozent des Strombedarfs der Wärmepumpe. Mit Energiemanagementsystemen und Batteriespeichern lassen sich deutlich höhere Eigenverbrauchsanteile erreichen. Diese Kombination erhöht sowohl die Wirtschaftlichkeit der Photovoltaikanlage als auch die Effizienz der Wärmepumpe.


Photovoltaik kurz erklärt

Viele Hausbesitzer unterschätzen, dass nicht nur die Größe der Anlage entscheidend ist, sondern vor allem der Zeitpunkt von Stromerzeugung und -verbrauch. SG-Ready Wärmepumpen können gezielt dann betrieben werden, wenn Solarüberschüsse vorhanden sind. Überschüssige Energie wird dabei in Form von Wärme gespeichert, was den Eigenverbrauch erhöht und den Netzbezug reduziert.

Wo liegt der Unterschied zur Solarthermie?

Photovoltaik und Solarthermie nutzen beide Sonnenenergie, erzeugen jedoch unterschiedliche Energieformen. Photovoltaik erzeugt elektrischen Strom, Solarthermie Wärme für Heizung und Warmwasser. Während Solarthermie hohe thermische Wirkungsgrade erreicht, ist Photovoltaik wirtschaftlich oft attraktiver, da Strom vielseitig nutzbar ist und einen höheren Wert besitzt.


Smart Meter und Messpflicht

Für Photovoltaikanlagen ab einer bestimmten Leistung ist ein intelligentes Messsystem vorgeschrieben. Smart Meter ermöglichen die Kommunikation mit Energiemanagementsystemen und unterstützen die Optimierung des Eigenverbrauchs. Für kleinere Anlagen gelten vereinfachte Regelungen. Die laufenden Kosten sind gesetzlich begrenzt.


¹ Quelle: Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE. (Jahr). Aktuelle Fakten zur Photovoltaik in Deutschland (Version, falls angegeben). Fraunhofer ISE. file:///C:/Users/Anwender/Downloads/aktuelle-fakten-zur-photovoltaik-in-deutschland.pdf