Brennwerttechnik
Brennwerttechnik ist eine Heiztechnik für Gas- oder Ölheizungen, bei der nicht nur die Wärme aus der Verbrennung genutzt wird, sondern zusätzlich die Wärme aus dem Wasserdampf der Abgase. Während diese Energie bei älteren Heizungen ungenutzt durch den Schornstein entweicht, wird sie bei der Brennwerttechnik zurückgewonnen und zum Heizen verwendet. Dadurch steigt die Effizienz deutlich, und der rechnerische Wirkungsgrad kann über 100 Prozent liegen.
Für Haushalte mit bestehenden (neueren) Gas- oder Ölheizungen kann die Nutzung der Brennwerttechnik eine sinnvolle Übergangslösung sein. Langfristig kann sie aber das Rennen gegen eine Wärmepumpe in puncto Klimaschutz und Effizienz nicht gewinnen.
Brennwerttechnik kurz erklärt
- Nutzt Wärme aus Verbrennungsabgasen zusätzlich
- Wirkungsgrad: 105–109 Prozent (über 100% ist möglich!)
- Effizienzgewinn: 30–40% gegenüber älteren Heizkesseln
- Funktion: Zweiter Wärmetauscher kühlt Abgase und nutzt Kondensationswärme
- Kondensation: Pro m³ Gas entstehen bis zu 1,5 Liter Wasser
- Betriebskosten-Einsparung: 10–20% gegenüber Niedertemperaturkessel
Heizwert vs. Brennwert - Wo liegt der Unterschied
Der Unterschied zwischen dem Heiz- und Brennwert liegt im Spektrum der erfassten Komponenten. Der Heizwert beschreibt lediglich die Wärmeenergie, die bei der reinen Verbrennung von Gas oder Öl entsteht. Der Brennwert umfasst neben dieser Komponente aber auch die im Wasserdampf (der Abgase) enthaltene Energie, welche dann durch einen modernen Abgaswärmetauscher wieder nutzbar gemacht wird.
ⓘ Beispiel: Beim Verbrennen von einem Kubikmeter Erdgas entstehen etwa 10 kWh Wärme nach Heizwert und rund 11 kWh nach Brennwert.
Wie funktioniert die Brennwerttechnik?
Ein Brennwertkessel arbeitet mit zwei Wärmetauschern. Im ersten Wärmetauscher wird – wie bei klassischen Heizkesseln – die direkte Verbrennungswärme an das Heizwasser übertragen. Danach durchströmen die Abgase einen zweiten Wärmetauscher, der sie so weit abkühlt, dass der enthaltene Wasserdampf kondensiert.
Beim Übergang von Wasserdampf zu flüssigem Wasser wird zusätzliche Wärme frei. Diese Kondensationswärme wird ebenfalls dem Heizwasser zugeführt und erhöht die Effizienz des Systems. Das entstehende Kondenswasser wird über eine separate Leitung abgeführt. Je kälter die Abgase werden, desto besser funktioniert dieser Prozess, weshalb Brennwerttechnik besonders bei niedrigen Rücklauftemperaturen effizient arbeitet.
Woher weiß ich, ob die Brennwerttechnik bei mir genutzt wird?
Ob ein Brennwertkessel tatsächlich effizient arbeitet, lässt sich über die Menge des anfallenden Kondenswassers beurteilen. Wird über mehrere Tage Heizbetrieb kaum oder gar kein Kondensat erzeugt, deutet dies auf zu hohe Rücklauftemperaturen und eine ineffiziente Nutzung der Brennwerttechnik hin.
Bei optimaler Einstellung können pro Kubikmeter Gas bis zu etwa 1,6 Liter Kondensat entstehen.
Brennwerttechnik vs. Wärmepumpe - Was ist besser?
Kriterium | Brennwertkessel | Wärmepumpe |
Wirkungsgrad | 105–109 % | 300–500 % |
Energiequelle | Gas oder Öl | Umweltenergie |
CO₂-Ausstoß | ca. 200 g/kWh | ca. 50 g/kWh oder 0 g/kWh |
Keine | Bis zu 80 % | |
Zukunftsfähigkeit | Übergangslösung | Langfristige Lösung |
„Brennwerttechnik ist effizienter als alte Heizkessel, aber keine zukunftsfähige Dauerlösung. Sie eignet sich vor allem als Übergang, wenn eine Wärmepumpe aktuell noch nicht realisierbar ist.“
Marion Kirchner, Installateur- und Heizungsbaumeisterin; Vertriebsleiterin alpha innotec Bayern






