Start Ratgeber Wärmepumpen Glossar Split-Wärmepumpe

Die Split-Wärmepumpe

Die Split-Wärmepumpe ist eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, bei der der Kältemittelkreislauf auf zwei räumlich getrennte Einheiten verteilt ist. Die Außeneinheit enthält Verdampfer, Ventilator und Verdichter und entzieht der Außenluft Wärme. Die Inneneinheit befindet sich im Gebäude und überträgt diese Wärme über den Verflüssiger auf das Heizungswasser. Beide Einheiten sind über dünne, isolierte Kältemittelleitungen miteinander verbunden.

Der große Vorteil dieser Bauweise liegt in der Flexibilität: Die Außeneinheit kann relativ frei platziert werden, während die Inneneinheit kompakt und leise im Heizungsraum arbeitet. Gleichzeitig bleibt die Effizienz auch bei größeren Entfernungen zwischen Außen- und Inneneinheit stabil. Der Nachteil liegt in der höheren Installationskomplexität, da Arbeiten am Kältemittelkreislauf ausschließlich von zertifizierten Fachbetrieben durchgeführt werden dürfen.

Die Split-Wärmepumpe kurz erklärt

  • Bauweise: Zwei getrennte Einheiten (Außen + Innen)

  • Verbindung: Dünne, isolierte Kältemittelleitungen

  • Außeneinheit: Kompakt, mit Ventilator und Verdichter

  • Inneneinheit: Sehr leise, platzsparend im Heizungsraum

  • Lärm: Sehr gering im Gebäudeinneren

  • Effizienz: COP-Werte meist 3,5–5,0

Wo liegt der Unterschied zur Monoblock-Wärmepumpe?

Der zentrale Unterschied zwischen Split- und Monoblock-Wärmepumpen liegt im Transportmedium der Wärme.

Bei der Split-Wärmepumpe zirkuliert das Kältemittel zwischen Außen- und Inneneinheit. Die Wärme wird also im Kältemittel transportiert und erst im Gebäude an das Heizungswasser übertragen. Beim Monoblock hingegen bleibt der komplette Kältekreislauf im Außengerät, und die Wärme wird über Heizungswasserleitungen ins Haus geführt.

Aufbau und Funktionsweise

Die Split-Wärmepumpe arbeitet nach dem klassischen Prinzip der Wärmepumpe, verteilt auf zwei Module.

Außeneinheit

Die Außeneinheit entzieht der Umgebungsluft Wärme. Ein Ventilator führt Außenluft über den Verdampfer, in dem das flüssige Kältemittel bei niedriger Temperatur verdampft. Der Verdichter komprimiert den Kältemitteldampf anschließend, wodurch Druck und Temperatur stark ansteigen. Dieser Schritt benötigt elektrische Energie und ist die Hauptquelle des Stromverbrauchs.

Inneneinheit

Das heiße, komprimierte Kältemittel strömt über die Kältemittelleitungen zur Inneneinheit. Dort gibt es seine Wärme im Verflüssiger an das Heizungswasser ab. Das Heizwasser wird auf das benötigte Vorlauftemperaturniveau gebracht und im Gebäude verteilt. Anschließend wird das Kältemittel entspannt und fließt zurück zur Außeneinheit.

Durch diese Trennung sind im Gebäudeinneren keine lauten Komponenten wie Ventilatoren oder Verdichter verbaut, was den Wohnkomfort deutlich erhöht.

Die Kältemittelleitungen als Herz der Split-Technik

Die Verbindung zwischen Außen- und Inneneinheit erfolgt über Kupferleitungen, in denen das Kältemittel unter hohem Druck zirkuliert. Diese Leitungen sind deutlich dünner als Wasserleitungen und müssen fachgerecht isoliert, verlegt und geprüft werden.

Typische Eigenschaften:

  • Durchmesser meist 6–10 mm

  • Hoher Betriebsdruck (20–40 bar)

  • Spezielle Isolierung gegen Wärmeverluste und Kondensation

  • Leitungslängen praxisüblich 5–15 m, technisch bis ca. 25 m

Da Kältemittel unter Druck stehen und umweltrelevant sind, dürfen diese Arbeiten nur von zertifizierten Fachbetrieben durchgeführt werden.

 

Vor- und Nachteile der Split-Wärmepumpe

Vorteile

Nachteile

Sehr leiser Betrieb im Gebäude, da Verdichter und Ventilator außen sitzen

Komplexere Installation durch Kältemittelleitungen

Hohe Flexibilität bei der Platzierung von Außen- und Inneneinheit

Kälteschein für Installation und Inbetriebnahme erforderlich

Geringe Effizienzverluste auch bei längeren Leitungswegen

Höhere Installationskosten als beim Monoblock

Kompakte, platzsparende Inneneinheit

Regelmäßige Dichtheitsprüfung des Kältemittelkreislaufs nötig