Eine Luftwärmepumpe mit Photovoltaik kostet insgesamt zwischen 35.000 und 70.000 Euro. Dabei hängen die genauen Kosten von der Art und Größe der Anlage ab. Zudem muss ein potenzieller Stromspeicher dazugerechnet werden. Die Photovoltaikanlage senkt vor allem deine Betriebskosten und rechnet sich vor allem im Sommer, wenn du die Wärmepumpe zum Kühlen nutzen möchtest.
Die Kosten im Überblick
Kostenpunkt | Auf einen Blick |
|---|---|
Anschaffung Kombination (inkl. Einbau) | 40.000 bis 75.000 Euro |
davon Stromspeicher (optional) | 350 bis 500 Euro pro kWH |
Förderung | Wärmepumpe über die KfW, Photovoltaik über den Nullsteuersatz |
Laufende Stromkosten pro Jahr | Gut gedämmtes EFH ca. 560 € durchschnitts-EFHca. 1.050 € |
Ersparnis pro Jahr gegenüber Gas | ca. 1.100 Euro Für ein Durchschnitts-EFH (15.000 kWh Wärmebedarf) |
Amortisation | ca. 10-15 Jahre
|
Die Kosten für die Wärmepumpe sind zweifelsfrei die größten Kostenpunkte der Kombination:
- Luft-Wasser-Wärmepumpe: 25.000 - 35.000 Euro
- Sole-Wasser-Wärmepumpe: 35.000 - 50.000 Euro
Danach folgt die PV-Anlage. Auch deren Kostenfaktor hängt natürlich von der Dimensionierung der Anlage ab:
- 5 kWp Anlage: ca. 6.500 - 8.000 Euro
- 10 kWp Anlage: ca. 12.000 - 16.000 Euro
- 15 kWp Anlage: ca. 16.500 - 22.000 Euro
Wer noch einen Stromspeicher zu der Anlage benötigt, muss dafür ungefähr 350 - 500 Euro pro kWh zusätzliche Kosten einplanen. Damit liegen die Gesamtkosten für die Kombination aus Wärmepumpe und Photovoltaik bei 50.000 - 75.000 Euro.
Wie funktioniert eine Wärmepumpe mit Photovoltaik?
Die Photovoltaikanlage erzeugt Strom, die Wärmepumpe macht daraus Wärme. Läuft die Wärmepumpe, während die Sonne scheint, nutzt sie den günstigen Solarstrom direkt vom Dach. Reicht der Solarstrom nicht, kommt der Rest aus dem Netz oder dem Speicher.
👉 Wie das technisch genau abläuft und wie du beide Systeme sinnvoll koppelst, liest du im Ratgeber Photovoltaik mit Wärmepumpe.
Wärmepumpen und PV-Anlagen werden nicht als Kombination gefördert. Beide Anlagen allerdings alleine, sodass du sowohl von Förderungen für die Wärmepumpe, als auch für die PV-Anlage profitieren kannst.
Unser Tipp: Die Fördersätze für die Wärmepumpe sinken mit hoher Wahrscheinlichkeit in den kommenden Jahren. Wenn du also schon über einen Heizungstausch nachdenkst, lohnt sich ein rechtzeitiger Wechsel.
Seit dem 21. Juli 2026 kannst du bis zu 80% Förderung für eine neue Wärmepumpe bekommen. Die neuen Fördersätze kamen mit der Reform der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) und unterstützen interessierte Hauseigentümer stark bei der Finanzierung einer Wärmepumpe.
Dabei setzt sich die Förderung aus mehreren Bausteinen zusammen:
- Grundförderung: 30% Zuschuss erhält jeder, der eine Wärmepumpe im Bestandsgebäude nachrüstet
- Einkommensbonus (gestaffelt, bis 40%): bis 30.000 Euro Jahreseinkommen (brutto) erhältst du 40% Bonus, ab 60.000 Euro entfällt er. Dazwischen liegen die Staffeln 30% und 10%
- Klimabonus 16%
- Gesamte förderfähige Kosten: maximal 28.000 Euro für die erste Wohneinhei
Auch für die Photovoltaikanlage bekommst du momentan attraktive Förderungen:
- Nullsteuersatz: 0 Prozent Mehrwertsteuer auf Kauf und Installation, für Anlagen bis 30 kWp auf Wohngebäuden (seit 2023).
- Einspeisevergütung nach EEG: aktuell 7,70 Cent pro Kilowattstunde für die Teileinspeisung bei Anlagen bis 10 kWp (Stand August 2026), 20 Jahre lang garantiert.
- Seit dem Solarspitzengesetz gibt es bei negativen Börsenpreisen keine Vergütung, und ohne Steuerung dürfen neue Anlagen nur 60 Prozent ihrer Leistung einspeisen. Ein weiterer Grund, auf Eigenverbrauch zu setzen.
Für 2027 ist zudem eine EEG-Reform geplant, die die feste Einspeisevergütung für Neuanlagen abschaffen soll. Wer jetzt baut, sichert sich die aktuellen Sätze für 20 Jahre.
Beispiele machen Zahlen greifbarer. In unserem Beispiel rechnen wir mit einem Einfamilienhaus, einer Wärmepumpe mit kW und einer Photovoltaikanlage mit 10 kWp:
Position | Betrag |
|---|---|
Wärmepumpe inklusive Einbau | 32000 Euro |
Photovoltaikanlage | 14000 Euro |
abzüglich Förderung Wärmepumpe | -17.600 Euro |
Eigenanteil gesamt | 28.400 Euro |
jährliche Ersparnis gegenüber Gas | 3000 Euro |
Amortisation | ca. 10 Jahre |
Gut geeignet ist die Kombination, wenn:
- du tagsüber viel Strom nutzt, etwa durch Homeoffice oder ein E-Auto
- die Dachfläche für die Anbringung von PV-Platten geeignet ist
- ohnehin eine neue Heizung ansteht
- eine Flächenheizung mit niedriger Vorlauftemperatur vorhanden ist
- Du im Sommer mit der Wärmepumpe kühlen möchtest
Weniger interessant wird es, wenn dein Stromverbrauch fast nur abends anfällt und kein Speicher geplant ist oder die Dachfläche sehr klein oder stark verschattet ist.
Getrennter oder gemeinsamer Zähler?
Ein günstiger Wärmepumpen-Stromtarif läuft meist über einen separaten Zähler. Deinen eigenen Solarstrom kannst du für die Wärmepumpe aber nur nutzen, wenn sie mit der Photovoltaik über einen gemeinsamen Zähler läuft.
Oft musst du dich also entscheiden: entweder den günstigen Heizstrom-Tarif aus dem Netz oder den Eigenverbrauch vom Dach. Was am Ende günstiger ist, hängt von deinem Solarstrom-Anteil ab. Mit moderner Messtechnik kann aber auch beides verbunden werden.
Für die Wärmepumpe alleine lohnt sich ein Stromspeicher nur selten. Im Winter, wenn die Wärmepumpe am meisten Strom benötigt, lädt der Speicher über Tag kaum nach. Im Sommer erhöht er zwar den Eigenverbrauch, stellt sich in der Heizperiode aber nicht wirklich als Sparfaktor heraus.
Ein Stromspeicher für lohnt sich eher wenn:
- Der Stromverbrauch besonders abends und nachts hoch ist
- Die PV-Anlage deutlich größer ist als der Eigenbedarf
- Elektrofahrzeuge geladen werden sollen
Zusammenfassend verlängert der Speicher durch seine Mehrkosten die Amortisation der gesamten Investition. Rein für die Wärmepumpe ist er daher aus unserer Sicht absolut kein Muss.
Als Faustregel gilt: Die Wärmepumpe wird auf die Heizlast des Hauses ausgelegt (grob 40 bis 120 Watt pro Quadratmeter je nach Dämmung), die Photovoltaikanlage auf den gesamten Stromverbrauch (rund 1 bis 1,5 kWp pro Kilowatt Wärmepumpenleistung).
Wärmepumpe-Dimensionierung
Die Wärmepumpe muss von der Größe her passend für dein Gebäude ausgelegt sein. Ist sie zu groß, taktet sie zu häufig und verschleißt schneller. Ist sie zu klein, wird es an den kalten Tagen nicht warm genug.
Die Heizlast kannst du auf zwei Wegen überschlagen:
- Über die Wohnfläche:
Heizlast (kW) = Wohnfläche (m²) × spezifische Heizlast (W/m²) ÷ 1.000
Richtwerte für die spezifische Heizlast:
Gebäudetyp | spezifische Heizlast |
|---|---|
Unsanierter Altbau | ca. 120 W/m² |
Teilsaniertes Gebäude | ca. 80 bis 100 W/m² |
Gut gedämmter Neubau | ca. 40 bis 60 W/m² |
Effizienz- oder Passivhaus | ca. 15 bis 30 W/m² |
Beispiel: Ein teilsaniertes Haus mit 150 m² und 80 W/m² kommt auf 150 × 80 ÷ 1.000 = 12 kW Heizlast.
- Über den bisherigen Verbrauch:
Heizlast (kW) = Jahresverbrauch (kWh) ÷ Vollbenutzungsstunden (ca. 2.000 h)
Bei Öl rechnest du die Liter mal 10 in Kilowattstunden um, bei Gas steht der Verbrauch meist schon in kWh auf der Rechnung.
Beispiel: 20.000 kWh Gas ÷ 2.000 h = 10 kW Heizlast.
PV-Dimensionierung
Die Photovoltaikanlage richtest du am besten am gesamten Jahresstrombedarf aus, also Haushalt und Wärmepumpe zusammen. Das ist sinnvoller, als die Anlage allein für die Wärmepumpe zu überbauen, denn überschüssiger Sommerstrom bringt nur 7,7 Cent Einspeisevergütung.
Faustformel nach Wärmepumpenleistung:
PV-Leistung (kWp) = 1 bis 1,5 × Wärmepumpenleistung (kW)
Mit einem Stromspeicher darf es etwas mehr sein, bis etwa das Doppelte.
Genauer über den Stromverbrauch:
PV-Leistung (kWp) = Jahresstrombedarf (kWh) ÷ spezifischer Ertrag (ca. 1.000 kWh je kWp)
In Deutschland liefert 1 kWp je nach Lage und Ausrichtung rund 900 bis 1.100 kWh im Jahr.
Beispiel: 6.000 kWh Haushalt plus 4.000 kWh Wärmepumpe ergeben 10.000 kWh ÷ 1.000 = 10 kWp.
Neben der Nutzung deines eigenen Solarstroms gibt es einen weiteren Hebel, der die Betriebskosten einer Wärmepumpe (vor allem im Winter) deutlich senken kann: einen günstigen Wärmepumpen-Stromtarif.
Die Stromtarife für Wärmepumpen sind im Schnitt bis zu 30% günstiger als der normale Haushaltsstrom. Das hat zwei Gründe: Erstens die reduzierten Netzentgelte über §14a EnWG. Seit 2024 muss deine Wärmepumpe (ab 4,2 kW) für den Netzbetreiber steuerbar sein. Das heißt, er darf sie zu Spitzenlastzeiten kurz drosseln, aber nicht komplett abschalten und nicht unter 4,2 kW.
Als Gegenleistung bekommst du reduzierte Netzentgelte, und die machen den Tarif günstiger.
Du wählst dabei zwischen drei Modulen: einem pauschalen Jahresrabatt (Modul 1), einem stark reduzierten Arbeitspreis mit separatem Zähler (Modul 2) oder zeitvariablen Netzentgelten (Modul 3).
👉 Alle Details stehen im Ratgeber §14a EnWG.
Zweitens bieten viele Stromanbieter eigene Tarife an, die auf diesen Betrieb zugeschnitten sind.
Rechnet sich Photovoltaik für die Wärmepumpe wirklich?
Ja, die Photovoltaikanlage rechnet sich für die Wärmepumpe. Allerdings ein bisschen anders, als oftmals angenommen wird:
Läuft die Wärmepumpe, während die Sonne scheint, verwendet sie direkt den kostenlosen Strom vom Dach. Allerdings wird die Wärmepumpe am meisten im Winter gebraucht und da scheint oft keine Sonne.
Das Problem also: Die PV-Anlage produziert im Sommer viel Strom, die Wärmepumpe braucht den meisten Strom aber im Winter.
Der Spareffekt kommt daher nicht über die Autarkie, sondern über den sogenannten Eigenverbrauch. Jede Kilowattstunde, die du selbst nutzt, ersetzt teuren Netzstrom. Bei der Wärmepumpe sparst du mit einer PV-Anlage also vor allem an sonnigen, kühlen Tagen im Frühjahr und im Herbst. Zudem ist die Wärmepumpe ja nur einer der Verbraucher, die über die PV-Anlage versorgt werden kann.
Im Winter läuft die Wärmepumpe zuverlässig weiter, nur liefert die Photovoltaik dann wenig Strom. Der Großteil des Winterstroms kommt also aus dem Netz. Bei starkem Frost sinkt die Effizienz der Wärmepumpe, die Jahresarbeitszahl fällt. Abschalten tut eine moderne Wärmepumpe aber nicht. Nur in seltenen Extremfällen springt kurz ein elektrischer Heizstab zur Unterstützung ein.
Bei einem Stromausfall schaltet sich die Photovoltaik aus Sicherheitsgründen ab und die Wärmepumpe steht ebenfalls still. Nur mit einem Speicher und einer Notstromfunktion läuft ein Teil des Haushalts für einige Stunden weiter.
Eine Wärmepumpe mit Photovoltaik lohnt sich, aber über den richtigen Hebel. Nicht die Autarkie bringt das Geld, sondern der Eigenverbrauch und günstige Betriebskosten. Die Photovoltaik deckt nur einen Teil des Wärmepumpenstroms, spart aber bei jeder selbst genutzten Kilowattstunde bares Geld. Ein Speicher ist für die Wärmepumpe kein Muss. Wer tagsüber viel Strom braucht, ausreichend Dachfläche hat und ohnehin die Heizung tauscht, fährt mit der Kombination langfristig günstig und unabhängig.
Kann ich eine Wärmepumpe zur bestehenden PV-Anlage nachrüsten?
Ja, das ist problemlos möglich und sogar ein häufiger Fall. Wichtig ist nur, dass dein Hausanschluss genug Leistung hat und die Photovoltaikanlage groß genug für den zusätzlichen Strombedarf ist. Ein Energiemanagementsystem sorgt dann dafür, dass die Wärmepumpe möglichst viel Solarstrom nutzt.
Wie verbindet man eine Wärmepumpe mit einer Photovoltaikanlage?
Verbunden werden beide über einen Energiemanager, der Erzeugung und Verbrauch im Haus steuert. Er meldet der Wärmepumpe über die SG-Ready-Schnittstelle, wenn gerade Solarstrom übrig ist. Die Wärmepumpe heizt dann bevorzugt oder lädt den Warmwasserspeicher auf, statt den Strom günstig ins Netz zu schicken.
Brauche ich einen speziellen Stromzähler?
Nicht zwingend, aber die Entscheidung beeinflusst deine Kosten. Für einen günstigen Wärmepumpen-Stromtarif ist oft ein separater Zähler nötig, für die Nutzung des eigenen Solarstroms dagegen ein gemeinsamer. Beides voll auszuschöpfen ist selten möglich, was günstiger ist, hängt von deinem Eigenverbrauch ab.
Muss ich die Wärmepumpe beim Netzbetreiber anmelden?
Ja, eine Wärmepumpe ab 4,2 Kilowatt elektrischer Leistungsaufnahme musst du beim Netzbetreiber anmelden. Seit 2024 gilt sie als steuerbare Verbrauchseinrichtung nach §14a EnWG. Im Gegenzug bekommst du reduzierte Netzentgelte, die deine Betriebskosten senken. Die Anmeldung übernimmt in der Regel dein Fachbetrieb.
Was ist günstiger: Wärmepumpen-Stromtarif oder eigener Solarstrom?
Das hängt von deinem Solarstrom-Anteil ab. Selbst erzeugter Strom ist mit wenigen Cent pro Kilowattstunde am günstigsten, deckt aber nur einen Teil des Bedarfs. Für den zugekauften Rest lohnt sich ein günstiger Wärmepumpen-Stromtarif. In der Praxis ist oft eine Kombination aus beidem am wirtschaftlichsten.










